Studie über Fachkräfte in der Solarbranche
Der anhaltende Boom in der Solarbranche schafft Arbeitsplätze: Eine Erhebung des Bildungszentrums WWF zeigt auf, dass die Schweizer Solarfirmen zusätzliche Fachkräfte und gut qualifiziertes Personal benötigen.
Die Hochkonjunktur in der Solarbranche wirkt sich positiv auf den Arbeitsmarkt aus: Die rund 400 befragten Schweizer Solar-Unternehmen befürchten akute Engpässe bei der Rekrutierung spezialisierter Fachkräfte. Je nach Tätigkeitsbereich geht über die Hälfte der Betriebe von bevorstehenden Neuanstellungen aus: 58.8 Prozent für den Bereich Installation und Montage, 56,3 Prozent für die Planung und Projektierung. Zudem wird jeder dritte Betrieb (35%) zusätzliche Fachleute für Service und Wartung benötigen.
Berufs- und Fachhochschulen gefordert
Die Studie beleuchtete aber nicht nur den Stellenmarkt, sondern auch die Qualifikationen in der Solarbranche. Hier sieht der WWF akuten Handlungsbedarf. Fast 60 Prozent der Befragten beurteilen ihre Fachleute in den Solar-Qualifikationen als «eher schlecht» oder «sehr schlecht» ausgebildet. Bei der höheren Berufsbildung sind noch 42 Prozent der Betriebe mit ihrem Personal nicht zufrieden. Die Berufsbildung sowie die Verbände der Sanitär- und Elektrobranche werden deshalb in unmittelbarer Zukunft stark gefordert sein.
Mangelhafter Technologietransfer
Will sich eine Branche für den internationalen Wettbewerb weiterentwickeln, benötigt sie die Erkenntnisse der Forschung. Die Sicherstellung dieses Technologietransfers ist Aufgabe der Förderagentur für Innovation KTI des Bundes. Doch: Über die Hälfte der Solarfirmen (58,7 Prozent) kennt die Forschungsförderung nicht, nicht einmal ein Drittel (28 Prozent) nimmt die Dienstleistungen der Fachhochschulen in Anspruch.
Handlungsempfehlungen des WWF
Das Bildungszentrum WWF empfiehlt, in der Grundbildung der Sanitär-, Heizungs- und Elektroberufe einen Schwerpunkt Solar zu schaffen. Zudem soll es eine Ingenieurbildung mit Solarqualifikationen geben, sechs neue Lehrstühle für erneuerbare Energien sowie eine explizite Nachwuchsförderung für Solarberufe.