25 Jahre lang hat das internationale Moratorium Bestand gehabt, jetzt soll es fallen: An ihrer Jahrestagung diskutiert die Internationale Walfang Kommission IWC über die Zulassung des kommerziellen Walfangs. Der WWF Schweiz warnt vor einer Lockerung des Moratoriums: Damit dürften künftig auch gefährdete Walarten legal abgeschlachtet werden.
Die Internationale Walfang-Kommission IWC wird ab Montag in Agadir (Marokko) ein Kompromiss-Paket diskutieren, das den jahrelangen Streit um den Walfang beenden soll. Die Idee: Der kommerzielle Walfang soll mit bestimmten Quoten wieder erlaubt werden, dafür werden im Gegenzug Walfangnationen wie Island und Norwegen unter internationale Kontrolle gestellt. Dasselbe gilt auch für Japan, das heute so genannt „wissenschaftlichen“ Walfang im grossen Stil betreibt, bei dem das Fleisch der Meeressäuger aber oft in Restaurants landet.
Der WWF Schweiz wehrt sich gegen eine Lockerung des bestehenden Moratoriums. „Es ist für uns inakzeptabel, dass mit dem Seiwal und dem Finnwal zwei Arten zur Jagd freigegeben werden, die erheblich gefährdet sind“, sagt Artenschutzexpertin Doris Calegari. Die Gefahr ist gross, dass bei der Konferenz die Walfang-Quoten nicht nach wissenschaftlichen Kriterien, sondern nach politischen Interessen vergeben werden. „Der Kompromiss-Vorschlag kann zwar möglicherweise den Streit unter den beteiligten Nationen lösen, aber für die Wale verschlechtert sich die Situation deutlich“, sagt Calegari.
Denn falls der kommerzielle Walfang – so wie geplant – auch in der heutigen Schutzzone in der Antarktis erlaubt wird, ist dies für die Walpopulation verheerend: Das würde den Druck auf die gefährdeten Meeressäuger nochmals erhöhen, denn Wale leiden schon heute stark unter dem Klimawandel und der kommerziellen Fischerei.
Kontakt:
Doris Calegari, Artenschutz-Expertin WWF Schweiz, 079 430 43 84
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