Zusammenarbeit statt Boykott
Mitte der 1980er Jahre setzte sich in der Umweltbewegung die Erkenntnis durch, dass sich die fortschreitende Zerstörung des Tropenwaldes alleine durch Boykottaufrufe nicht stoppen lässt. Die Wälder werden nicht nur zerstört weil Tropenholz ein begehrtes Gut ist, vielfach werden sie auch gerodet, um den Boden in Landwirtschaftsland zu verwandeln. Leider bringen zum Beispiel Soja oder Palmöl kurzfristig höhere Erträge als ein Stück nachhaltig bewirtschafteter Wald. Ein wirksamer Schutz der Wälder ausserhalb von Schutzgebieten ist also derzeit nur möglich, wenn ökonomische Anreize ins Spiel kommen.
Der WWF war an vorderster Front mit dabei, als es darum ging, einem Gütesiegel für Holz- und Papierprodukte aus umwelt- und sozialverträglich bewirtschafteten Wäldern zum Durchbruch zu verhelfen. Heute ist das FSC-Label (Forest Stewardship Council) als glaubwürdiges und bekanntes Zertifizierungssystem mit internationaler Bedeutung bekannt.
Mit der Gründung von Unternehmensplattformen wie der WWF Wood Group (heute GFTN Switzerland), dem Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl und der Ausarbeitung der Basler Kriterien für verantwortungsbewussten Sojaanbau gelang dem WWF gemeinsam mit engagierten Unternehmen ein wichtiger Schritt, um die Wälder weltweit zu erhalten.