Was macht ein Riverwatcher?
- Riverwatcher beobachten ihr Gewässer regelmässig
- Riverwatcher informieren den WWF und die Behörden bei gewässerfeindlichen Eingriffen
- Riverwatcher machen sich zusammen mit Partnern stark für einen gewässerfreundlichen Unterhalt
- Riverwatcher initiieren gemeinsam mit Partnern ein Revitalisierungsprojekt
- Riverwatcher informieren Entscheidungsträger und Öffentlichkeit über die Vorteile von naturnahen Gewässern
- Riverwatcher organisieren Gewässerputz-Aktionen an ihren Bächen und Flüssen
Dazu werden die Riverwatcher vom WWF ausgebildet und bei ihren Tätigkeiten unterstützt.
Das Projekt
Die Schweizer Fliessgewässer sind stark bedroht. Deshalb hat der WWF im Jahr 2005 das Projekt Riverwatch gestartet. Mehr als 400 freiwillige Riverwatcher haben während eines Jahres „ihren“ Fluss oder Bach regelmässig besucht und den WWF über menschliche Eingriffe informiert. So entstand eine einzigartige und erstmalige Bilanz über den aktuellen Umgang mit unseren Fliessgewässern. Leider zeigen die Meldungen der Riverwatcher während der ersten Phase (Juli 2005 – Juni 2006), dass die Schweizer Fliessgewässer mehr verschlechtert als verbessert werden.
Deshalb will der WWF in der zweiten Projekt-Phase mit dem nationalen Netzwerk von engagierten Riverwatchern eine Trendwende im Umgang mit unseren Flüssen und Bächen einleiten. Weg von übermässiger Verbauung und übertriebener Wasserkraftnutzung hin zu einem tatsächlich flussfreundlichem Umgang mit dem Lebensraum Fluss. Der WWF will dieses Ziel zusammen mit den Riverwatchern und verschiedenen Partnern (Behörden, Firmen, Private, u.a.) erreichen.
Die Ziele
Mit Riverwatch will der WWF erreichen, dass die Flüsse und Bäche der Schweiz von Gewässer-Nutzern als Lebensraum respektiert und mehr Fliessgewässer revitalisiert werden.
Dazu sollen negative Eingriffe minimiert und viele neue Revitalisierungsprojekte initiiert werden. Zudem sollen sich der Gewässerunterhalt und die Wasserkraftnutzung vermehrt nach ökologischen Grundsätzen ausrichten.
Die konkreten Ziele bis Ende Dezember 2010 sind:
- 5 Revitalisierungsprojekte und 15 Revitalisierungsideen initiieren, planen und so weit wie möglich umsetzen.
- Konkrete Verbesserungen im Bereich Gewässerunterhalt erreichen.
- Information der Öffentlichkeit und Entscheidungsträger über die Vorteile von naturnahen und revitalisierten Fliessgewässern mit Medienarbeit, Exkursionen und Events.
- Aus- und Weiterbildung von Riverwatchern.
Für diese Phase sucht der WWF den Kontakt zu Behörden, Firmen und Sponsoren, um gemeinsam Verbesserungen in der täglichen Nutzung der Gewässer anzugehen und die Umsetzung der Projekte voranzutreiben.
Intakte Fliessgewässer sind für die Gesellschaft
von grossem Nutzen
Die Schweizer Fliessgewässer sind keine guten Lebensräume mehr: Die meisten sind zumindest streckenweise verbaut und eingezwängt, viele gar eingedolt, und vielerorts ist der Wasserabfluss stark gestört. Dadurch ist die Artenvielfalt stark zurückgegangen: Bachforelle, Eisvogel, Nase und Fischotter kämpfen ums Überleben oder sind verschwunden. Zudem bieten die begradigten Kanäle nur vermeintliche Hochwassersicherheit, wie auch das Hochwasser im Herbst 2005 gezeigt hat: Wehe, wenn die Dämme brechen. Vielerorts sind auch die Gewässerverbauungen in einem schlechten Zustand. Die Zeit ist reif, um dem modernen und naturnahen Wasserbau zum Durchbruch zu verhelfen. Flüsse und Bäche brauchen mehr Raum!