Wale
Wissenschaftlicher Name: Cetaceae (Waltiere)
Bartenwale: Mysticeti, 4 Familien mit 15 Arten:
Eschrichtiidae (Grauwale, 1 Art),
Balaenopteridae (Furchenwale , 9 Arten),
Balaenidae (Glattwale, 4 Arten) und
Neobalaenidae (Zwergglattwale, 1 Art).
Zahnwale: Odontoceti, 10 Familien mit über 70 Arten, darunter
Physeter macrocephalus (Pottwal), Flussdelfine, Delfinartige, Schnabelwalartige und Pottwalartige.
Lebensraum:
Wale: Sämtliche Ozeane, Küstengewässer;
Flussdelfine: Flüsse, je nach Art teils auch in Küstengewässern und in salzhaltigen Seen
Bestandsgrösse:
Je nach Art: weniger als 100 (z.B. Westpazifischer Grauwal und Atlantischer Nordkaper) bis zu mehreren 100000 (z.B. Pottwal)
Gefährdungsstatus:
IUCN: je nach Art: von „potentiell gefährdet“ bis „vom Aussterben bedroht“
CITES: die meisten Arten Anhang I, einige Arten Anhang II
Bedrohung der Wale
Viele Walarten, vor allem Grosswale (dazu zählen alle Bartenwale sowie der Pottwal) und Flussdelfine, sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Vielen Grosswalen wurde die in den vergangenen zwei Jahrhunderten intensiv betriebene
Waljagd zum Verhängnis. Als langlebige Säugetiere mit langsamen Fortpflanzungszyklen brauchen die Bestände mehrere Jahrzehnte zur Erholung. Seit 1986 gilt deshalb ein weltweites Fangverbot für Grosswale, an das sich aber leider nicht alle halten. Walfang ist aber nicht der einzige Grund, wieso viele Walarten ums Überleben kämpfen. Neue Bedrohungen sind hinzu gekommen: Eine der heute grössten Bedrohungen für kleinere Wale ist der
Beifang: Jedes Jahr verenden schätzungsweise 300000 Wale in Schleppnetzen und anderen Fanggeräten der industriellen Fischerei. Auch der
Klimawandel beeinflusst die Überlebenschancen der Wale. Er stört einerseits ihre Wanderung und Fortpflanzung, andererseits ihre Nahrungsgrundlage, weil das Futterplankton sehr empfindlich auf Wärmeunterschiede reagiert - je wärmer das Gewässer, desto weniger Plankton ist vorhanden.
Weitere Gefahren sind:
Meeresverschmutzung durch giftige Substanzen (u.a. Schädigung des Immunsystems und der Fortpflanzungsfähigkeit), Öl- und Gasförderung in ihren Nahrungsgründen,
zunehmende Lärmbelastung sowie
Zusammenstösse mit Schiffen.
WWF-Engagement für die Wale
Seit seiner Gründung setzt sich der WWF weltweit dafür ein, die Bedrohungen der Wale zu verringern. Das langfristige Ziel ist, dass sich alle Walbestände in allen Weltmeeren von der übermässigen Waljagd erholen. Der WWF fordert, dass Walfang nur unter der strengen Kontrolle der Internationalen Walfangkommission IWC und nur für den Eigenbedarf (z.B. der Inuits in Kanada und Grönland) erlaubt sein soll, und dass sich auch die Walfangnationen Island, Norwegen und Japan wirklich daran halten.
Darüber hinaus unterstützt der WWF die Einrichtung von Meeresschutzgebieten für Wale und andere Arten und arbeitet an nationalen und internationalen Konventionen und Vereinbarungen zum besseren Schutz der Wale mit. Weiter setzt sich der WWF dafür ein, den Beifang in der modernen Fischerei zu reduzieren, Schiffskollisionen zu vermeiden, Wale vor Umweltgiften zu schützen, den Lärm in den Ozeanen (verursacht durch Schiffe, Abbau von Bodenschätzen und militärische Aktivitäten) zu reduzieren, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wale so gering wie möglich zu halten und die Lebensweise der Wale weiter zu erforschen.
Der WWF unterstützt auch nachhaltiges und kontrolliertes „Whale watching“. Diese sanfte „Nutzung“ der Wale ist wirtschaftlich gesehen viel einträglicher als der kommerzielle Walfang.
Die Internationale Walfangkommission IWC
Die internationale Walfangkommission regelt den kommerziellen Walfang. Sie bestimmt beispielsweise Fangquoten oder Walschutzgebiete. Seit 1986 gilt ein Fangverbot für Grosswale (Moratorium). Dennoch gehen Japan, Island und Norwegen weiterhin auf Walfang. In der IWC sind rund 88 Staaten vertreten, darunter auch die Schweiz.