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Saola
Saola (Pseudoryx nghetinhensis) oder Vietnameisches Waldrind
Saola oder Vietnamesisches Waldrind
Wissenschaftlicher Name:
Pseudoryx nghetinhensis (Saola oder Vietnamesisches Waldrind)

Lebensraum:
Feuchte, immergrüne Wälder in Höhen zwischen 200 m und 1200 m, in fragmentierten Regionen in den Annamiten, einer Bergregion in Vietnam und entlang der Grenze zwischen Laos und Vietnam

Bestandsgrösse:
Weniger als 750 Individuen (IUCN, geschätzt)
Trend: abnehmend

Gefährdungsstatus:
IUCN: vom Aussterben bedroht
CITES: Anhang I
Saola or Vu quang ox
Pseudoryx nghetinhensis
Hanoi, Vietnam.
Das Saola: Scheu und geheimnisvoll
Das Vietnamesische Waldrind, wie das Saola auch genannt wird, gehört zur Familie der Boviden wie auch Antilopen, Büffel, Bisons, Rinder, Ziegen und Schafe. Es ist nicht viel über das scheue Waldrind bekannt.

Das ausgewachsene Saola besitzt die Grösse eines Rehs. Es wird etwa 180 cm lang, weist eine Schulterhöhe von ca. 85 cm auf und wiegt etwa 100 kg. Sein Fell ist dunkelbraun gefärbt mit einer weissen Zeichnung am Kopf. Oberhalb jedes Hufes befindet sich ein weisser Fleck. Die schmalen Hörner sind mit bis zu 50 cm ungewöhnlich lang und fast gerade nach hinten gerichtet. Das Saola ernährt sich vor allem von Kräutern, die es entlang von Bachläufen findet. Saolas leben überwiegend als Einzelgänger.
Bedrohung des Saolas
Seit seiner Entdeckung 1992 sinkt der Bestand der Saolas leider rasant. In Gefangenschaft überlebt das Vietnamesische Waldrind nur wenige Wochen. In Zoos kann es deshalb nicht gehalten werden. Die Wilderei stellt nach wie vor eine grosse Bedrohung für die Saolas dar. Sie werden ihres Fleisches wegen bejagt. So genanntes Buschfleisch ist vor allem bei Städtern als Delikatesse begehrt. Auch Schlingenfallen, die eigentlich für andere Tiere gedacht sind, werden den Saolas häufig zum Verhängnis. Daneben schwindet ihr Lebensraum und wird zerstückelt aufgrund der zunehmenden Bevölkerungsdichte und dem rasanten Ausbau der Infrastruktur.
Mekong
WWF-Engagement für das Saola
Die Seltenheit und die starke Gefährdung des Saolas führen zu enormen Anstrengungen zu seiner Rettung. In zwei vietnamesischen Provinzen wurden 2007 zwei Reservate geschaffen, die zusammen mit dem angrenzenden erweiterten Bach-Ma-Nationalpark ein fast 3000 m2 grosses Schutzgebiet bilden. Dieses reicht von der vietnamesischen Küste bis hin zur laotischen Grenze. Davon profitieren auch andere seltene Arten, die in den gebirgigen Annamiten beheimatet sind.

Der WWF setzt sich seit der Entdeckung des Saolas für seinen Schutz ein. Wichtiger Partner ist die ethnische Minderheit der Katu. Sie stellt Patrouillen, um die illegale Jagd auf das Vietnamesische Waldrind wirkungsvoll zu unterbinden. Die Katu werden dabei von der Forstbehörde unterstützt. Ebenso sollen eine Bestandsaufnahme des Saolas sowie eine Kampagne zur Beseitigung von Schlingenfallen durchgeführt werden. Ausserdem versucht der WWF, eine strengere Strafverfolgung von Wilderern sicherzustellen.