Meeresschildkröten
Wissenschaftlicher Name:
Cheloniidae mit 6 Arten und
Dermochelyidae mit 1 Art
Lebensraum:
Die Meeresschildkröten sind weltweit in tropischen und subtropischen Meeren verbreitet. Sie leben sowohl auf hoher See wie auch in Küstennähe.
Bestandsgrösse:
Keine genauen Bestandsangaben möglich.
Trend: abnehmend
Gefährdungsstatus:
IUCN: 3 Arten vom Aussterben bedroht, 2 Arten stark gefährdet, 1 Art gefährdet und für 1 Art ungenügende Datengrundlage
CITES: Anhang I (alle Arten)
Meeresschildkröten: Marine Urtiere
Meeresschildkröten stammen von Land- bzw. Süsswasserschildkröten ab, die sich vor über 150 Mio. Jahren dem Leben im Meer angepasst haben. Sie besitzen flossenähnliche Beine und können wegen dem abgeflachten Panzer ihren Kopf nicht einziehen. Die Körpergrösse der Meeresschildkröten variiert zwischen etwa 70 cm bis fast 2 m. Die Lederschildkröte ist die grösste Meeresschildkröte und kann bis zu 500 kg wiegen. Meeresschildkröten ernähren sich von Algen, Seegras, Krabben, Schnecken, Quallen, Muscheln und kleinen Fischen. Ihr Panzer ist, mit Ausnahme der Suppenschildkröte, mit Meeresalgen, Entenmuscheln, Krebstieren und Flechten bewachsen.
Alle Meeresschildkröten können im offenen Meer leben. Im Allgemeinen wandern sie hin und her zwischen den Nahrungsgründen und den Stränden, wo sie die Eier ablegen. Dabei legen sie oft grosse Distanzen zurück. Manche Arten durchqueren sogar ganze Ozeane. Wie sie sich dabei orientieren, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Die meiste Zeit halten sich Meeresschildkröten jedoch in Küstennähe auf. Nur die Leder- und Bastardschildkröten leben ständig im offenen Meer.
Meeresschildkröten legen nur alle zwei bis drei Jahre Eier. Die Eiablage erfolgt während der Nistsaison mehrfach. Dabei legt das Weibchen insgesamt mehrere hundert Eier ab. Dennoch wird sich von 1000 Eiern im Durchschnitt nur ein Ei zu einer ausgewachsenen Schildkröte entwickeln! Denn neben dem Menschen räumen auch Vögel, Waschbären, Stinktiere, Hyänen, Schakale und sogar Krabben die Nester aus oder fallen über die frisch geschlüpften Schildkröten her, die auf dem Weg ins Meer sind. Dort wartet bereits die nächste Gefahr: die Raubfische.