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Leopard
Es war eine kleine Sensation, als 2004 ein Kaukasischer Leopard in Georgien in eine Fotofalle tappte
Kaukasischer Leopard
Wissenschaftlicher Name:
Panthera pardus saxicolor

Lebensraum:
Leoparden sind sehr anpassungsfähig und besiedeln subalpine Wiesen, Laub- und Laubmischwälder bis hin zu ariden Gebieten mit spärlichem Wacholderwuchs. Heute findet man den Kaukasischen Leoparden nur noch in der Bergwelt des Kaukasus, in Teilen des Iran und in Turkmenistan.

Bestandsgrösse:
Etwa 40 bis 65 Individuen in der Kaukasusregion.
Der Gesamtbestand wird auf weniger als 1000 Tiere geschätzt. Davon leben etwa 600 – 800 Individuen im Iran und ca. 90 in Turkmenistan.
Trend: abnehmend

Gefährdungsstatus:
IUCN: stark gefährdet
CITES: Anhang I
Kaukasischer Leopard: Die einzige Grosskatze Europas
Ursprünglich war der Kaukasische Leopard zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer im ganzen Kaukasus sowie im Nahen und Mittleren Osten verbreitet. Heute besiedelt er nur noch die Bergwelt des Kaukasus. Der Kaukasische Leopard ist der letzte seiner Art in Europa.

Der Kaukasische Leopard ist der grösste aller Leoparden-Unterarten. Er kann bis zu 90 kg schwer werden und hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 126 – 171 cm (Gesamtlänge: 165 – 290 cm). Die Hintergrundfarbe seines Fells ist meist etwas heller und blasser als die seiner afrikanischen Verwandten. Leoparden sind Einzelgänger, die nur zur Paarung zusammenfinden. Ihre Nahrung besteht primär aus Bezoarziegen, Mufflons, Hirschen, Rehen oder Wildschweinen.

Bedrohung des Kaukasischen Leoparden
Die Überlebenschance des Leoparden im Kaukasus ist nicht gesichert, da es nur noch wenige Leoparden gibt und der Restbestand sich auf isolierte Kleinstpopulationen aufteilt. Eine wichtige Ursache dafür ist der Verlust seines Lebensraums durch Abholzung, Überweidung und unkontrollierte Bebauung. Daneben ist der Mangel an natürlichen Beutetieren in vielen Gebieten ein grosses Problem, da diese auch vom Menschen stark bejagt werden. So wurde beispielsweise die Bezoarziege in Georgien ausgerottet. Wegen dem Beutetier-Rückgang kommt es in diesen Gebieten immer wieder zu Übergriffen auf Nutztiere wie Schafe. Dies erzürnt die Schafhalter und sie versuchen die Leoparden zu vertreiben oder greifen zur Flinte.
An den Schulen in den Kaukasusländern lernen die Kinder mehr über den Schutz der Leoparden
WWF-Engagement für den Kaukasischen Leoparden
Der WWF führt seit 2001 ein Programm zur Rettung der letzten Leoparden im Kaukasus durch. Regelmässiges Monitoring (Zählung und Überwachung) dokumentiert die Entwicklung der Population der Leoparden und seiner Beutetiere. Anti-Wilderer-Einheiten werden ausgebildet, ausgerüstet und eingesetzt. Zudem informiert und sensibilisiert ein Umweltbildungsprogramm die lokale Bevölkerung über die Bedeutung und Bedrohung des Kaukasischen Leoparden.

Um die natürliche Nahrungsgrundlage für den Leoparden zu verbessern, werden die in freier Wildbahn fast ausgestorbenen Bezoar-Ziegen für eine Wiederansiedelung herangezogen. Der WWF setzt sich auch für die grenzüberschreitende Vernetzung von Schutzgebieten und die Erstellung von so genannten grünen Korridoren zwischen Schutzgebieten ein, da viele verbleibende Lebensräume in Rand- respektive Grenzgebieten liegen.
Seit 2007 gibt es eine regionale Schutzstrategie für den Leoparden im Kaukasus, die unter Koordination und Mitarbeit des WWF festgelegt wurde. Ziel ist, dass der Bestand bis 2017 um einen Drittel zunimmt. Die Strategie umfasst die oben genannten Schuztmassnahmen sowie Projekte zur Schaffung von alternativen Einkommensquellen für die Bevölkerung.

 
Report Kaukasus: Einmaliges Natur- und Kulturerbe bewahren
PDF 511 KB
Faktenblatt Leopard
PDF 1.25 MB