Warmwasserkorallen
Wissenschaftlicher Name:
Rote Korallen:
Corallium spp. (über 24 Arten),
Paracorallium spp. (7 Arten)
Steinkorallen:
Scleractinia (etwa 1300 Arten)
Schwarze Korallen:
Antipatharia (etwa 235 Arten)
Blaue Koralle:
Heliopora coerulea (1 Art)
Lebensraum:
Weltweit in tropischen, subtropischen und temperierten Meeren (Atlantischer Ozean, Mittelmeer, Rotes Meer, Persischer Golf, Indischer Ozean, Pazifik). Riffbildende Warmwasserkorallen leben je nach Art in Tiefen bis zu 60 m bei Wassertemperaturen zwischen 21°C und 29 °C.
Bestandsgrösse:
keine Bestandsangaben bekannt
Trend: abnehmend
Gefährdungsstatus:
IUCN: Blaue Koralle: gefährdet; Rote Korallen, Schwarze Korallen und Steinkorallen: nicht beurteilt
CITES: Blaue Koralle: Anhang I und II; Schwarze Korallen und Steinkorallen: Anhang II; Rote Korallen: nicht gelistet
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Warmwasserkorallen: Polypen und Algen Warmwasserkorallen bestehen aus unzähligen, winzigen, wirbellosen Tierchen, den Korallenpolypen. Diese haben nur einen Durchmesser von einigen Millimetern bis Zentimetern. Polypen haben einen becherförmigen Körper mit einer von Tentakeln gesäumten oberen Körperöffnung. Warmwasserkorallen wachsen in Kolonien mit verzweigten, fächerartigen oder auch buschähnlichen Wuchsformen.
Die meisten Warmwasserkorallen leben in einer einzigartigen Symbiose mit Algen. Die Algen betreiben Fotosynthese und produzieren so Sauerstoff und Zucker, der von der Koralle verwertet wird. Die Algen wiederum profitieren von den Nährstoffen in den Ausscheidungen der Koralle und finden in dieser einen geschützten Lebensraum. Mit den Tentakeln können Korallenpolypen zudem vorbeischwimmende Beute fangen. Bei dieser Beute handelt es sich um pflanzliche und tierische Kleinstlebewesen (Plankton).
Die Polypen sind an sich farblos. Es sind die Algen, die den Warmwasserkorallen die schillernden Farben verleihen. Für die Riffbildung sind hauptsächlich die Steinkorallen verantwortlich. Ihre Polypen scheiden Kalk aus und bauen so nach und nach ein Gerüst auf, das wir von Auge als Koralle erkennen. Einige Steinkorallenarten kommen als Kaltwasserkorallen auch in kalten Meeren sowie in der Tiefsee vor.
Die Blaue Koralle bildet ein massives Skelett aus, das aufgrund verschiedener Eisensalze blau gefärbt ist. Ihre Kolonien können mächtige Blöcke mit plattenartigen Verzweigungen bilden. Rote Korallen zählen zu den Weichkorallen und bilden kein hartes Skelett aus. Dennoch tragen auch Rote Korallen zur Riffbildung bei. Schwarze Korallen haben ein stacheliges, sehr hartes, hornartiges Skelett. Ihre Kolonien können bis sechs Meter hoch werden. Je nach Art wachsen Warmwasserkorallen im Durchschnitt zwischen wenigen Millimetern bis über 20 cm pro Jahr. Tropische Riffe können sogar bis zu einem Meter pro Jahr wachsen.
Einige Korallentypen brauchen Hunderte von Jahren, um zu einer Blume des Ozeans heranzuwachsen. Die Polypen sind über eine gemeinsame Hautschicht miteinander verbunden und können so miteinander kommunizieren. Man kann sich kaum vorstellen, dass die einstigen Ausscheidungsprodukte dieser Winzlinge als Bausubstanz für die Alpen, für den Himalaja und für die Anden dienten. So mächtig ihre Gesteinsbänke sind, so verletzlich sind sie auch.
Korallenriffe
Tropische Korallenriffe symbolisieren natürliche Schönheit. Die farbenprächtigen Korallengärten gehören zu den ältesten und artenreichsten Ökosystemen der Erde. Ein Korallenriff ist auch Lebensraum zahlreicher Fische, Mollusken (Weichtiere) und Schalentiere. Korallen dienen als Kinderstube vieler Fische, die sich zwischen ihren Ästen aufhalten und sich so vor Feinden und starken Strömungen schützen. Bis zu 4000 einzelne Arten können auf einem einzigen Riff zusammenleben. Der Fischreichtum der Korallenriffe sichert zudem vielen Menschen der Südhalbkugel ein regelmässiges Einkommen. Korallen filtern das Wasser und tragen zum chemischen Gleichgewicht im Meer bei. Die Riffe funktionieren aber auch als Wellenbrecher und können so Küstengebiete vor Überflutung schützen.
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Bedrohung der Korallen
Der
Raubbau an den Korallenbeständen, die
ansteigende Wassertemperatur,
zerstörerische Fischfangmethoden zum Beispiel mit Grundschleppnetzen, Dynamit oder Zyanid und zunehmende
Wasserverschmutzung haben heute bereits viele Korallenriffe vollkommen zerstört. Ebenfalls drohen den Korallenriffen Gefahren durch rücksichtslosen
Tauchtourismus und
Bedeckung mit Sedimenten. Die Sedimente entstehen, weil durch übermässigen Holzschlag, Bergbau und intensive Landwirtschaft die Böden nicht mehr vor Erosion geschützt sind und so via Flüsse viel Bodenmaterial im Meer landet. Dieses Material lagert sich auf den Korallen ab und nimmt ihnen damit das nötige Licht. Die Rote Koralle ist als Schmuck ebenso begehrt wie als Medizin: zum Beispiel bei Magenbeschwerden, Nervosität oder Knochentransplantationen. Im Mittelmeer gibt es fast nur noch kleine, nicht fortpflanzungsfähige Kolonien der Roten Edelkoralle. Die jährliche Korallenernte übersteigt die Nachwachsrate um ein Vielfaches. Während Blaue und Schwarze Korallen vor internationalem Handel durch das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES geschützt sind, wurden die Roten Korallen noch nicht in die Anhänge des Artenschutzabkommens aufgenommen.
WW-Engagement für Korallenriffe
Der WWF setzt sich seit den frühen 1970er Jahren für den Schutz von Korallen ein. Dazu zählen:
- Förderung neuer Meeresschutzgebiete
- Einsatz für einen umfassenden Schutz der Korallen
- Bekämpfung illegaler Fischereimethoden, wie Fischen mit Dynamit oder Zyanid
- Engagement für umweltschonende Fischfangmethoden
- Aufdecken von illegalem Handel mit bedrohten Arten und Unterstützung von Regierungen, diesen Handel zu unterbinden
- Engagement gegen die Klimaerwärmung
Ausserdem engagiert sich der WWF seit über 15 Jahren auf verschiedenen Ebenen für den Erhalt des
Korallendreiecks im Indopazifik. Dieses einzigartige Meeresparadies ist artenreicher als das bekannte Great Barrier Riff vor Australien. Es beherbergt drei Viertel aller weltweit bekannten Korallenarten.