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Jaguar
Jaguar (Panthera onca), Pantanal, Brasilien
Jaguar
Wissenschaftlicher Name: Panthera onca

Lebensraum:
Tropischer Regenwald und Sumpfgebiete, zum Teil auch Gras- und Buschlandschaften sowie Küstenwälder in ganz Süd- und Mittelamerika, von Mexiko bis nach Argentinien (ausser El Salvador und Uruguay), Verbreitungsschwerpunkt im Amazonasgebiet.

Bestandsgrösse:
Annahme: weniger als 50000 fortpflanzungsfähige Tiere
Trend: abnehmend

Gefährdungsstatus:
IUCN: potentiell gefährdet
CITES: Anhang I
Jaguar (Panthera onca), Brasilien.
Jaguar: „Der im Fliegen jagt“
Der Name Jaguar leitet sich von „Jag War“ aus der Eingeborenensprache Südamerikas ab. Frei übersetzt bedeutet „Jag War“: „Der im Fliegen jagt“. Der Jaguar ist die grösste Katze auf dem amerikanischen Kontinent und die drittgrösste Katzenart der Welt. Er ist deutlich kräftiger als der in Asien und Afrika heimische Leopard und unterscheidet sich auch von diesem im Fellmuster.

Das gelbbraune Fell des Jaguars ist dunkel gefleckt, wobei die Flecken auf dem Rücken Rosettenformen aufweisen, deren Inneres heller gefärbt ist. In der Mitte der Rosette findet sich beim Jaguar noch ein kleiner dunkler Tupfen. Es gibt aber auch Individuen mit eher weisser bis schwarzer Grundfarbe. Die schwarze Farbvariante des Jaguars ist auch unter dem Namen „Schwarzer Panther“ bekannt.

Der Jaguar erreicht eine Körperlänge bis zu 190 cm und eine Schulterhöhe bis zu 75 cm. Er kann sich perfekt tarnen, ist ein äusserst geschickter Kletterer und ein ausgezeichneter Schwimmer. Der Jaguar ist Einzelgänger und jagt vorwiegend im Schutz der Dunkelheit, wobei er sich langsam an die Beute anschleicht und ihr in den Rücken springt.

Der Jaguar jagt praktisch alles, was ihm über den Weg läuft: Über 85 verschiedene Tierarten stehen auf seinem Speisezettel, wobei er grosse Tiere wie Hirsche, Tapire oder Gürteltiere bevorzugt.
Bedrohung des Jaguars
Als „König des Regenwaldes“ kennt der Jaguar ausser dem Menschen keinen natürlichen Feind. Der Mensch setzt ihm aber stark zu: Er gefährdet den im Verborgenen lebenden Räuber vor allem durch die Zerstörung und Zerschneidung seines Lebensraumes. Schätzungen gehen davon aus, dass der Jaguar seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Hälfte seines Lebensraumes in Mittel- und Südamerika verloren hat. Gründe sind die Waldzerstörung und die Waldumwandlung für Plantagen oder Viehweiden wie auch für den Bau von Strassen, Dämmen oder Minen. Je nach Dichte und Vorkommen seiner Beutetiere beansprucht ein einzelner Jaguar ein Revier von 30 bis 500 km2 Grösse. Je seltener solch grosse, zusammenhängende Waldgebiete im tropischen Südamerika werden, desto gefährdeter ist das Überleben der charismatischen Raubkatze.

Ein weiteres Problem ist der Rückgang seiner Beutetiere. Ausserdem findet in den durch Lebensraumzerschneidung immer kleiner werdenden, voneinander isolierten Populationen weniger Gendurchmischung statt. Als Folge davon leiden diese Bestände verstärkt unter Krankheiten und werden so zusätzlich geschwächt. Konflikte zwischen Mensch und Jaguar sind zum Teil unvermeidlich, da der Jaguar auch Haus- und Nutztiere erbeutet. Obwohl das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen CITES den internationalen, kommerzielle Handel mit Jaguarfellen verbietet, werden immer noch Tiere gewildert, da der Schwarzhandel mit den begehrten Fellen noch heute lukrative Gewinne abwirft.
WWF-Engagement für den Jaguar
Seit 1971 setzt sich der WWF für den Schutz der Amazonas-Regenwälder und damit für den Erhalt des Jaguar-Lebensraums ein. Auf Initiative des WWF und internationaler Geldgeber wurde 2002 gemeinsam mit der brasilianischen Regierung das mit Abstand grösste und umfassendste Tropenwaldschutzvorhaben weltweit begonnen: das Amazon Region Protected Areas Programme (ARPA). Die Umsetzung dieses Programms wird massgeblich vom WWF mitgestaltet.

In Argentinien und Paraguay erforscht der WWF teils zusammen mit der Partnerorganisation Fundacion Vida Silvestre Argentina FVSA die Lebensweise des Jaguars und richtet so genannte grüne Korridore ein, damit die Jaguare zwischen den verbleibenden Lebensräumen wandern können. So bleibt der genetische Austausch unter den Tieren gewährleistet.

Lesen Sie mehr über ein Jaguar-Projekt in Argentinien »
 
Der Jaguar scheint fast ein wenig stolz auf sein neues Halsband
Jaguar-Projekt in Argentinien
Die industrielle Land- und Forstwirtschaft dringt immer weiter in den Wald vor. Damit verliert der Jaguar zunehmend seinen Lebensraum. Unter folgendem Link erfahren Sie, wie sich der WWF für den Jaguar in Argentinien einsetzt.

Mehr zum Jaguar-Projekt in Argentinien »

Faktenblatt Jaguar
PDF 232 KB
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