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Flussdelfin
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Flussdelfin Vorkommen weltweit

Detaillierte Informationen durch Klick auf die Flussdelfine.
Flussdelfine
Weniger bekannt als ihre Cousins im Meer gehören die im Süsswasser lebenden Flussdelfine (Zahnwale) zu den am meisten bedrohten Säugetieren überhaupt.

Weltweit gibt es acht Arten von Flussdelfinen. Die sensiblen Säuger leben in einigen der grössten Flusssysteme in Asien (vier Arten) und Südamerika (vier Arten). Sechs Arten sind ausschliessliche Süsswasser-Bewohner, während beim Irawadi-Delfin einzelne Populationen in salzhaltigen Gewässern vorkommen. Der La-Plata-Delfin, auch Franciscana genannt, hält sich vorwiegend in flachen Küstengewässern auf und wandert nur gelegentlich ein paar Kilometer die Flussmündungen an der südamerikanischen Atlantikküste aufwärts.

Einige Flussdelfinarten werden bis zu 2.80 m lang, die meisten sind aber kleiner. Die schwersten Tiere wiegen bis zu 180 kg. Die vorwiegend im Süsswasser lebenden Arten sind meist blind oder können nur sehr wenig sehen, dafür ist ihr hoch entwickeltes Sonarsystem umso besser an die Gegebenheiten in trüben Gewässern angepasst. Die wendigen Schwimmer nutzen ihre kräftige Schwanzflosse als Antrieb und können sich mit ihren grossen Brustflossen auch seitlich bewegen.
Bedrohung der Flussdelfine
Verschmutztes Wasser, Staudämme und Schiffsverkehr machen den Flussdelfinen das Leben schwer. Zudem verfangen sich immer wieder Tiere als Beifang in den Netzen der Fischer, wo sie oft qualvoll ersticken. Wenn die verschiedenen Populationen durch Staustufen voneinander getrennt werden, wird eine genetische Durchmischung verhindert, Inzucht ist vorprogrammiert.

Besonders in Asien leben Flussdelfine in extrem dicht besiedelten Gebieten. Entsprechend hoch ist die Belastung. Abwässer werden ungeklärt in die Flüsse geleitet und der Regen schwemmt zusätzlich Schadstoffe von Äckern in die Flüsse. Den Tieren geht es aber nicht nur wegen des verschmutzten Wassers dreckig, auch der enorme Wasserbedarf für die Landwirtschaft macht ihnen zu schaffen. Die Wasserentnahme kann soweit führen, dass Flussabschnitte austrocknen und Salzwasser aus dem Meer nachfliesst.

Als Räuber stehen die Flussdelfine an der Spitze der Nahrungskette, Umweltgifte konzentrieren sich in ihren Körpern daher zu bedrohlichen Mengen. Das kann ihr Immunsystem schwächen und die Fortpflanzung beeinträchtigen.
WWF-Engagement für Flussdelfine
Flussdelfine sind Zeigerarten für den Zustand der Gewässer, in denen sie leben. Wenn es den Flussdelfinen besser geht, weist das auf eine höhere Artenvielfalt im Fluss hin. Sauberes und genügend Wasser in den Flüssen dient nicht zuletzt auch den Menschen. Der WWF setzt sich für das Überleben aller Flussdelfine ein. Neben der Zählung und Überwachung (Monitoring) der überlebenden Flussdelfine und der Erforschung ihrer Bedrohungen stehen Massnahmen zur Verminderung der Schadstoffeinleitung aus städtischen Abwässern, der Landwirtschaft und Industrie, die Aufklärung der Fischer und der Bevölkerung und die Wiederherstellung der Lebensräume für die Flussdelfine im Vordergrund.

Seit 2005 wird die Arbeit in Asien und Südamerika in der Flussdelfin-Initiative koordiniert. Partner für die Schutzbemühungen des WWF sind Behörden und Ministerien, Nicht-Regierungsorganisationen vor Ort, Fischer, die Industrie, lokale Gemeinschaften und Schulen.
WWF-Bericht: Flussdelfine und Menschen (in Englisch)
PDF 4.04 MB
Flussdelfine
PDF 27 KB
Species fact sheet: River Dolphins (in englischer Sprache)
PDF 721 KB