Biber
Wissenschaftlicher Name: Castor fiber (Eurasischer Biber)
Lebensraum:
Grosse, vegetationsreiche Flussauen und Altarme, umgeben von natürlichem Auwald, sowie auch kleinere, natürliche Fliessgewässer, Seen, Teiche und Gräben in 25 Ländern in Europa und Asien. In der Schweiz lebt der Biber vor allem entlang der Flüsse Aare, Rhein, Thur, Rhone und Broye.
Bestandsgrösse:
Europa und Asien: mindestens 639000 Individuen (2006)
Schweiz: ungefähr 1600 Individuen (2010)
Trend: steigend
Gefährdungsstatus:
IUCN (2008): nicht gefährdet
CITES: nicht gelistet
Berner Konvention: Anhang III
Wiederansiedlung des Bibers
Nachdem der Biber einst in der ganzen Schweiz weit verbreitet war, wurde er im 19. Jahrhundert fast vollständig ausgerottet.
Deshalb haben Naturfreunde zwischen 1958 und 1977 an verschiedenen Orten in der Schweiz rund 140 Biber wieder angesiedelt. Der WWF Thurgau siedelte zum Beispiel 1968 und 1969 insgesamt 9 Biber aus Norwegen im Nussbaumer- und Hüttwilersee an. Von dort eroberten sie das Thurtal und kommen heute bis zur Thurmündung sowie in anderen Gewässern des Kantons vor - auch am Untersee und am Rhein. Inzwischen leben im Kanton Thurgau wieder mindestens 300 Biber.
Bei der Wiederansiedlung der Biber fehlte aber ein gesamtschweizerischer Plan. Das hatte zur Folge, dass die Biber heute in kleinen, voneinander isolierten Gruppen leben. Ihr längerfristiges Überleben in der Schweiz erfordert aber einen zusammenhängenden Bestand. Um Wissen zu sammeln und Schutz- und Fördermassnahmen zu koordinieren, wurde 1996 die Biberschutzstelle Schweiz ins Leben gerufen. Das Hauptziel des Schweizer Biberschutzes ist die Vernetzung der Biberpopulationen untereinander.
WWF-Engagement für den Biber
Seit Jahrzehnten engagiert sich der WWF mit der Förderung von Naturschutz-Grossprojekten für den Biber. Solche Grossprojekte haben den Schutz und die Entwicklung grossflächiger Feuchtgebietslebensräume zum Ziel – also den Lebensraum des Bibers. Der WWF will einen robusten Biberbestand innerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebietes schaffen, so dass der Biber langfristig in unserer Kulturlandschaft überleben kann.
Deshalb unterstützt der WWF die Unterschutzstellung von natürlichen Seen, Fliessgewässern und Auwäldern, die sanfte Nutzung von Gewässern und deren Ufer, die Extensivierung der Fischerei, die Information naturinteressierter Besucher und das Management von Konflikten. Konfliktmanagement ist wichtig, wenn zum Beispiel Biber durch Dammbauten land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen verändern.
Verschiedene regionale Sektionen des WWF Schweiz engagieren sich stark für den Biber. Einige von ihnen haben sogar einen Biberlehrpfad eingerichtet:
Sektion Thurgau mit Biberlehrpfad an der Thur
Sektion Zürich mit Biberlehrpfad am Rhein
Sektion St. Gallen mit Biberlehrpfad an der Thur
Sektion Solothurn